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Lies das folgende Kapitel aus dem Roman »Spukhafte Fernwirkung« und nimm es als Ausgangspunkt für deinen eigenen Text. Durch Klick auf den Button hat du viermal die Möglichkeit einen neuen Textausschnitt anzufordern.

14:30 Uhr
50.000 Kalorien

Die Kantine schließt und die übriggebliebenen Nachspeisen landen im Müll. Ein Müllcontainer beinhaltet geschätzt 50.000 Kalorien. Diese 50.000 Kalorien fehlen der Welt, auch wenn man das nicht eins zu eins so rechnen kann, aber andererseits kann man es doch so rechnen.

10:22 Uhr
Stromboli

Die PR-Beauftragte der Polizei hat mit Susana zusammen Abitur gemacht, sie freut sich über ihren Anruf und gibt bereitwillig Auskunft über den Waffenfund aus dem Zweiten Weltkrieg. Sobald wir mehr über die Hintermänner wissen, rufe ich dich an, Susana. Jedesmal wenn sie mit Susana telefoniert, denkt die PR-Beauftragte der Polizei daran, wie Susana im Biologieunterricht der 11. Klasse von ihrer Geburt erzählt hat. Wie ihre Mutter, die zum Zeitpunkt von Susanas Geburt nicht älter als sechzehn war, sie in einer stürmischen Nacht, Windstärke 9, auf die Welt gebracht hat. Die PR-Beauftragte der Polizei denkt noch heute daran, wie der Wind über Susanas Mutter, die nackt in der Hocke sitzt und presst und schreit, hinwegbraust, als Kulisse eine schwarze Felsenlandschaft, ein bisschen wie die Insel Stromboli, auf der die Beauftragte letztes Jahr im Juni war. Und dann ist sie da: Susana, zwischen den vor Schweiß glänzenden Oberschenkeln der Mutter, die der Wind trocknet. Deshalb ist Susana auch die geworden, die sie geworden ist, leidenschaftlich und pragmatisch, denkt die Beauftragte. Sie telefoniert gerne mit ihr.


Irgendwie ist es ja auch richtig, sagt Zola, aber andererseits ist es so ein Drama, sagt Zola und Cornelia fragt, was denn, na das Mädchen, von dem ich dir erzählt habe, das immer vor dem Einkaufszentrum sitzt, ach das, sagt Cornelia. Wir wissen nicht wohin mit ihr, am Zeisingplatz darf sie nicht mehr sitzen, wegen des Amoklaufs neulich, und ins Wohnheim möchte sie nicht. Wieso darf sie da nicht mehr sitzen, fragt Cornelia, es wird ja nicht jede Woche ein Amoklauf geplant sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass in genau diesem Einkaufszentrum noch ein Amoklauf stattfindet, ist doch sehr gering, oder? Wer weiß, sagt Zola, vielleicht gibt es ja Nachahmer und außerdem wurde der Täter noch nicht gefasst. Wahrscheinlich ist das aber nicht, sagt Cornelia. Zola hasst diese Rechthaberei, ist doch scheißegal, wie wahrscheinlich etwas ist. Generell ist es ärgerlich, dass Menschen auf Straßen sitzen und betteln, das muss ja nicht sein. Gibt es dafür nicht Behindertenwerkstätten, fragt Cornelia, ja schon, aber dafür musst du von einer Institution vorgeschlagen werden, und die Krankenkasse muss es bewilligen, aber sie hat ja gar keine Krankenkasse. Wer soll das also bewilligen. Gibt es keine Möglichkeit, fragt Cornelia. Ja schon, Zwangseinweisung, sagt Zola. Aber dafür müsste sie ihr eigenes oder das Leben eines anderen du weißt schon.

[ggT(F₁; F₁ ₁)=1]
Beschwerdemanagement

Was Menschen miteinander verbindet, ist nicht Emotion, sondern Information, und Information ist durchlässig, sie hat keine feste Form, sie ist inform. Im Moment ihrer Entstehung ist sie schon eine andere und im Moment ihrer Vermittlung ist sie wieder eine andere und im Moment ihres Verstehens ebenfalls; und so weiter. Und immer passt sofort alles zusammen, als wäre es Eintopf, und immer passt sofort nichts zusammen, als wäre es Eintopf. Der Vorläufer von Informationseintopf ist der Einzelhandel, das Werfen von Produkten aller Art auf den Markt, von Produkten, die alle gleich sind und dennnoch ist jedes einzelne Produkt unterscheidbar von den anderen, weil es eben Materie ist und haptisch. Information ist auch Materie, aber eben nicht haptisch. Information ist Gleichzeitigkeit, und warum ist Gleichzeitigkeit wichtig, weil sie den Tod relativiert. Das war in etwa das, was Patricia im Vorstellungsgespräch gesagt hat, und Valentina hat es sich gemerkt, weil es irgendwie poetisch war, und konnte auch die Geschäftsführung davon überzeugen, dass jemand, der sich für den philosophischen Background seiner Arbeit so interessiert wie diese Patricia und auch so daran interessiert ist sich auszudrücken, sehr wahrscheinlich auch daran interessiert ist, mit anderen Menschen aus anderen Abteilungen zu kommunizieren, und dass man mit diesem Schachzug langfristig sogar eine Stelle im abteilungsübergreifenden Beschwerdemanagement, dessen zentraler Schauplatz leider und schon seit Jahren, eigentlich von Anfang an, die IT ist, abbauen könne. Es werde Zeit, dass die IT im richtigen Leben ankommt, sagte Valentina, dass sie sozusagen haptisch wird, und Mr. Mchay warf ihr einen anerkennenden Blick zu, der sich auf die Wandlampe 30 Zentimeter über ihr fokussierte.

Was interessiert dich an dieser Szene? Eine der Figuren? Der Ort? Ein bestimmtes Wort? Es kann auch sein, dass du ein Gefühl ausdrücken möchtest, eine Stimmung, die dich bewegt. Oder etwas, das du beobachtet hast und dich vielleicht schon länger beschäftigt.

Und noch etwas: Mach dir keine Sorgen um Grammatik und Rechtschreibung, etwaige Fehler werden von der 4. Perspektive korrigiert.

BEREIT?

Wo spielt deine Szene? Wähle einen Ort oder erfinde einen neuen. Du kannst auch Orte aus dem vorgeschlagenen Text nehmen.

Wer ist die Figur in deinem Text? Wähle eine Figur oder erfinde eine neue. Du kannst auch Figur(en) aus dem vorgeschlagenen Text nehmen.

Was mag deine Figur, was mag sie nicht? Wähle Vorlieben und Abneigungen aus oder denke dir selbst etwas aus, das zu deiner Figur passt. Du kannst dich auch vom vorgeschlagenen Text inspirieren lassen.

Was beschäftigt deine Figur, was ist ihr Problem? Wähle ein Problem aus der Liste aus oder erfinde ein neues.

Und nun nur noch zu dir: